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Rund um die Oboe

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Fantaisies Pastorales

12,90€* pro Stück
Lajos Lencsés

Henri Tomasi: Le Tombeau de Mireille for oboe and tambourine
César Franck: Pièce V
J. Guy Ropartz: Lamento
Paul Ladmirault: Adagio
Albert Roussel: Aria
Pierre de Bréville: Maneh
Eugène Bozza: Fantaisie Pastorale
Eugène Bozza: Air de Vielle
Eugène Bozza: Conte Pastoral
Eugène Bozza: Aria
Georges Hugon: Chant de la Solitude
Jacques Murgier: Capriccio
Germaine Tailleferre: Rondo
Louis Durey: Trois pièces brèves for oboe solo
Georges Auric: Impromptu

Thomas Lang (Das Orchester - Januar 2000) 01.01.2004

Lajos Lencsés ist auf dem besten Weg, für die Oboisten das zu werden, was Dieter Klöcker für die Klarinettisten bereits ist: nicht nur ein Meister seines Instruments, sondern zugleich auch ein unermüdlicher Forscher auf Entdeckungsreisen zu Werken abseits des bekannten Repertoires. Wie Klöcker hat auch Lencsés, seit über dreißig Jahren Solooboist beim RSO Stuttgart, eine Fülle von CDs aufgenommen.
Seine neueste Einspielung enthält unter dem Titel „Fantaisies Pastorales“ unbekannte Werke von zwölf französischen Komponisten, geschrieben von der Jahrhundertwende bis gegen Mitte des 20. Jahrhunderts. Laut Booklet-Text „zeigt die vorliegende Auswahl französischer Kompositionen des 20. Jahrhunderts anhand von Oboenwerken exemplarisch die Entwicklung zur selbstständigen, national-französischen Musik, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte“.
Ob solch ein hoch gestecktes Ziel mit dieser CD überhaupt erreicht werden soll und kann, möge dahingestellt sein. Exemplarisch anhand von Werken für Oboe und Klavier kann man mit Sicherheit nicht die gerade bei französischen Werken so wichtige Klangfarben-Dramaturgie durch die Instrumentation aufzeigen.
Wenn man sich jedoch von diesem hohen Anspruch löst, kann man unbeschwert eine Auswahl aparter französischer Werke genießen, teils elegisch-pastoral, teils mit virtuosen Elementen. Neben geläufigen Namen wie Franck, Roussel, Bozza oder Tailleferre finden sich auch Werke von hierzulande unbekannten Komponisten wie Ropartz, Ladmirault, Hugon, Murgier, Durey und Auric.
Obwohl es sich nicht immer um Originalwerke handelt und auch nicht alles auf gleich hohem kompositorischen Niveau steht, gibt es doch Einiges zu entdecken. Zumal wenn es so meisterhaft gespielt ist wie von Lajos Lencsés und seinem Pianisten François Killian.

Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts regte sich in der französischen Musikkultur Widerstand gegen den auch jenseits des Rheins dominanten Einfluss Richard Wagners – besonders in der Kammermusik etablierten sich bewusst konzipierte Gegenmodelle. Dabei rückte auch die Oboe als Soloinstrument stärker ins Blickfeld der französischen Komponisten. Mit ihrem pastoralen Charakter eignete sie sich trefflich zur Abgrenzung gegen Wagner’sche Wuchtigkeit und bot doch Ausdruckskraft und Farbenreichtum. Die vorliegende Neueinspielung macht diese neue Farbigkeit und Virtuosität der Oboen-Kammermusik deutlich: die Reihe der Komponisten reicht vom noch ganz hochromantischen César Franck bis weit in 20. Jahrhundert zu Mitgliedern der berühmten „Groupe des Six“ um den Dichter Jean Cocteau. Dieser propagierte eine „neue Einfachheit“, die allerdings nichts mit anspruchsloser Schlichtheit zu tun hat. Germaine Tailleferre, Louis Durey und Georges Auric vertreten diese typisch französische moderne Ästhetik mit brillanten, leichten und doch hintergründigen Kompositionen.

Lajos Lencsés ist seit seiner Auszeichnung beim Genfer Musikwettbewerb 1968 als Solist international bekannt – ebenso wie sein Klavierpartner François Killian, der 1981 den ARD-Wettbewerb in München gewann. Mit traumwandlerischer Sicherheit entfalten sie – in einem Werk von Henri Tomasi ergänzt durch Lajos' Sohn Leo Lencsés am Tambourin – eine verzaubernde Welt von Eleganz und Raffinesse.
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